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Zitadelle Spandau

Die Zitadelle Spandau ist das älteste Bauwerk Berlins. Sie wurde erstmals 1197 in verschiedenen Schriftstücken erwähnt und vermutlich unter Markgraf Albrecht um 1160 als Burg angelegt. Die im Mittelalter als uneinnehmbar geltende Zitadelle ist von allen Seiten mit Wasser umgeben.

Der Juliusturm ist der älteste erhaltene Teil der Zitadelle und das Wahrzeichen Spandaus. Markgraf Ludwig verlieh 1356 seinem Kammerknecht Fritz das Turmamt zu Spandau. Der Turm wurde erstmals Judenturm genannt, weil der Fritz ein Jude war. Die Bezeichnung Juliusturm kommt erst seit 1400 vor. Nach dem Krieg 1870/71 wurde er als Lagerort für aus dem französischen Krieg erbeuteten Reichskriegsschatz bestimmt. Am Anfang des 14. Jahrhunderts wurde er als Bergfried erbaut.

Er ist 30 m hoch und hat eine Wendeltreppe mit 145 Stufen. Der Zeitpunkt der Erbauung ist unbekannt, wurde aber 1964 nach dem Vorbild der neogotischen Treppe von 1843 rekonstruiert. Der Zinnenkranz des Turmes wurde nach Plänen Karl Friedrich Schinkel 1838 erbaut. Zur Zeit der Erbauung diente er als Bergfried, Wach-, oder Wohnturm und war eine ausgezeichnete Zufluchtsstätte bei Gefahr. Von 1874 bis 1919 ließ hier der ehemalige Reichskanzler Otto von Bismarck 120 Millionen Mark in Goldmünzen lagern. Aus Sicherheitsgründen mußte ein 3000 kg schweren Tresor 1910 eingebaut werden. Der mittelalterliche Palas war das Wohnhaus der Burg, in den in Spandau weilenden Landesherren wohnten. Der ursprünglich im gotischen Stil gebauten Palas wurde in Renaissanceformen 1520-1523 umgestaltet.

Im Sockel des Gebäudes wurden jüdische Grabsteine aus dem 13./14. Jahrhundert gefunden, die vermutlich aus dem verwüsteten Spandauer Judenfriedhof stammen und wurden als Baumaterial verwendet. Das Torhaus entwarf möglicherweise der Venezianer Chiaramella nach dem Vorbild von Michele Sanmichelis Stadttor "Porta Nuova" in Verona. Das Torhaus mit einer Zugbrücke befindet sich auf der Südseite der Zitadelle. Die Fassade des Torgebäudes wurde mehrmals renoviert.

Das heutige Aussehen erhielt sie aus dem Jahre 1839. Der Kern die Zitadelle bildet ein Quadrat mit je einer Spitzwinkligen Bastion. Die Bastionen besitzen die Namen König, Königin, Kronprinz und Brandenburg. Ab 1935 benutzten die Nazis die Zitadelle als Laboratorium und ließen hier chemische Kampfstoffe entwickeln. Außerdem wurde sie als Militärstützpunkt und Gefängnis benutzt.

Heute finden hier zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, sowie Konzerte, Ausstellungen und Inszenierungen auf der Freilichtbühne.