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Unter den Linden

Unter den Linden ist heute der bedeutendste Boulevard Berlins. Sie führt über 1,5 km lang von der Schloßbrücke zum Pariser Platz mit dem Brandenburger Turm. Ursprünglich war sie ein Jagd- und Reitweg vom Berliner Stadtschloß zu dem kurfürstlichen Tiergarten (1527). Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ 1647 auf einer Länge von 942 Metern 1000 Linden und 1000 Nußbäume einpflanzen. Nur die Linden setzten sich aber durch und gaben der Straße ihren Namen. 1658 fielen die Bäume teilweise dem Bau der Stadtmauer zum Opfer. Ab 1740 ließ Friedrich II. die Straße immer mehr bebauen, so erstrecken sich die Lindenbäume auch heute nur im westlichen Teil. Nach den Befreiungskriegen 1813-15 wurde die Straße zum Andenken an den Sieg über Napoleon zur "Via Triumphalis" ausgebaut und mit neuen monumentalen Bauten ausgestattet.

Um 1800 siedelten sich immer mehr Kaufleute, Hoteliers, Hoflieferanten an. Aus dem einst vornehmsten Wohnstraße entstand ein wichtiges Zentrum des Geschäftslebens, wurden zahlreichen Agenturen, Banken, Hotels, Cafés, Restaurants und Passagen eröffnet. Obwohl immer mehr Bankiers und Aktienspekulanten an den Boulevard kamen, blieb sie trotzdem der Boulevard des Kaisers. Es dürfte ohne seine Erlaubnis keinen baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Das ehemalige Palais der Prinzessin von Kurland kaufte der Zar Nikolaus I. und errichtete dort die Russische Botschaft. Um seinen Diplomaten ein wenig Heimat zu bieten, ließ er russische Erde tonnenweise auf das Botschaftsgelände schaffen. 1917 übernahm die sowjetische Regierung das Gebäude.

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der Promenade zerstört, von den alten Bauten blieb nur noch das Forum Fridericianum übrig. Zur DDR-Zeiten gab es eine Dreiteilung des Boulevards. Von der Charlottenstraße bis zur Schloßbrücke wurde das preußische Berlin aufgebaut, zwischen Charlotten- und Glinkastraße gab es zahlreiche Geschäfte und zwischen Glinka- und Wilhelmstraße sind einige Botschaften zu finden. Nach der Wende 1989 brachte der Deutsche Bundestag Abgeordnetenbüros unter und Altbesitzer wie die Deutsche Bank kehrten in ihre Häuser zurück. Viele Bauten wurden abgerissen und durch Neubauten wie das Einkaufszentrum "Lindenforum" ersetzt. Berühmte Hotels und Cafés wie Hotel Adlon, Westin Grand Hotel, Hotel Karlton, Hotel de Rom und der Café Kanzler sind hier heute u. a. zu finden.