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Staatsoper Berlin
Die Staatsoper wurde als Hofkapelle von Kurfürst Joachim II. im Jahr 1570 gegründet. Sie beherbergt das älteste und traditionsreichste Orchester Deutschlands. Das heutige Opernhaus wurde im Jahre 1741-43 unter der Leitung des Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und des Kronprinzen Friedrich II. für ein "Forum Friedericianum" am damaligen Opernplatz im klassizistischen Stil errichtet. Das Gebäude bildete den Grundstein für die preußische Kulturmetropole.Da auch das bürgerliche Publikum in den Genuß der Oper kommen sollte, mußte deshalb Platz geschaffen werden. So waren 1788 Umbauten fällig. Nach einem Brand wurde das Gebäude von Carl Ferdinand Langhans 1843 wieder aufgebaut und dabei nur der Innenraum verändert. Im Jahre 1910 erfolgte der Aufbau der Haupttribühne, wobei die Seitenbühnen 1926-28 beim Umbau verändert wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Opernhaus zerstört und erst am 4. September 1955 wieder eröffnet. Bei einer Rekonstruktion 1983-86 wurde das Bauwerk komplett erneuert und die komplette technische Ausstattung modernisiert.
Die historischen Möbel, das Saalgestühl, die Wandverkleidung und der Schmuckvorhang mit alten Webmustern wurden wieder hergestellt. Die Inschrift "Fridericus Rex Apollini et Musis" am Gieblportikus, die in den 50er Jahren entfernt wurde, wurde wieder angebracht. Im Jahr 1993 feierte die Staatsoper ihr 250-jähriges bestehen. In dem Opernhaus wurde Musikgeschichte geschrieben. Hier dirigierten u. a. Richard Strauß, Giacomo Meyerbeer, Herbert von Karajan und zahlreichen Künstler wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Felix von Weingärtner, Bruno Walter, Leo Blech, Wilhelm Furtwängler, Joseph Keilberth usw. Generaldirektor Daniel Barenboim hat die künstlerische Leitung.
Er wurde inzwischen zum Chefdirigent auf Lebenszeit gewählt. Hier fanden die Uraufführungen von Otto Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor" (1849), Alban Bergs "Wozzeck" (1925) und Milhauds "Christoph Kolumbus" statt, der bei seiner Uraufführung 1930 einen der größten Skandale in der Geschichte des Hauses verursachte. Nach der Wiedervereinigung wurde ein künstlerischer Neuanfang in der Staatsoper Unter den Linden unternommen. Barenboims Grundprinzip ist die im Gesamtkunstwerk Oper zusammenwirkende Künste gleichrangig zu behandeln, ohne auf einen abwechslungsreichen Spielplan verzichten zu müssen.