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Pariser Platz

Die 120 x 120 m große Platzanlage wurde mit dem Brandenburger Tor und den zahlreichen Palais bis zum Zweiten Weltkrieg "Empfangssalon" genannt. Von 1945 bis zur Wiedervereinigung war der am Osten liegende Pariser Platz ein Teil der Sektorengrenze zwischen Ost und West. Nach dem Krieg blieben nur wenige Teile übrig, sowie ein Seitenflügel der früheren Preußischen Akademie der Künste und die Ruine des Hotels Adlon. Der berühmte Platz wurde 1734 angelegt und mit Palais bebaut. Er diente damals als Vorplatz zum Stadttor, dem ersten Brandenburger Tor und als Exerzierfeld. Im 19. Jahrhundert lebten dort berühmte Personen, sowie der Dramatiker August von Kotzebue, der Komponist Giacomo Meyerbeer und der preußische Staatsminister Friedrich Karl von Savigny.

Zugleich residierten hier schon um 1800 deutsche und ausländische Gesandte. Von 1829 bis 1833 baute Schinkel für Wilhelm Friedrich Redern ein Palais. Um 1840 gestaltete Schinkel die restlichen barocken Gebäude um den Pariser Platz im Stil der klassizistischen Schule um. Schinkels Bauart haben die heutige Architekten für die Rekonstruktion zum Vorbild genommen. In den DDR-Zeiten war der Platz gesperrt, nur Besuchergruppen dürften den betreten. Nach der Vereinigung entstanden zahlreichen Bauprojekte, sowie das Hotel Adlon, die Gebäuden der Dresdner Bank und Commerzbank, die Neubauten der amerikanischen, britischen und deutschen Botschaft und der Akademie der Künste. Nördlich des Brandenburger Tores lebte der impressionistische Maler Max Liebermann, der von 1920 bis 1930 Präsident der Akademie der Künste war. Er mußte am 30. Januar 1933 von seinem Haus aus mit ansehen, wie die Machtübernahme Hitlers gefeiert wurde. Sein Haus wurde dann durch Bombenangriffe zerstört und erst später nach Plänen von Josef Paul Kleinhues wiederaufgebaut.

Nicht weit entfernt befand sich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Palais der Gräfin von Hagen, das seit 1930 als Amerikanische Botschaft dient. Hier wird der neue Amtssitz der USA 2004-007 gebaut. Im Haus der Akademie der Künste trafen sich während der Weimarer Zeit berühmte Schriftsteller sowie Alfred Döblin, Thomas und Heinrich Mann und Käthe Kollwitz. Der Neubau der Akademie soll voraussichtlich nach Plänen von Günter Benisch im Laufe des Jahres 2005 eröffnet werden. Ein weiterer wichtiger Treffpunkt der Prominenz während der Weimarer Republik und der Zeit des Kaiserreichs ist das Hotel Adlon. Im Jahre 1906 bekam Lorenz Adlon von Kaiser Wilhelm II. die Erlaubnis, das denkmalgeschützte Palais Redern abzureißen und eines der luxuriösesten Hotels der Welt aufzubauen. Das Gebäude blieb wie durch ein Wunder von den Bomben des Zweiten Weltkrieges völlig verschont, brannte aber kurz nach Kriegsende ab. Nach originalgetreuer Renovierung wurde dann das Adlon als Kempinski-Haus im Jahre 1997 wieder eröffnet. Heut ist es eine beliebte Touristenattraktion.