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Die Neue Synagoge
Die neue Synagoge wurde von Eduard Knoblauch im Jahre 1859 entworfen und nach seinem Tod von Friedrich August Stüler im Jahre 1866 nach einer 7-jährigen Bauzeit in der Oranienburger Straße als Gottesdiensthaus vollendet und eingeweiht. Die Synagoge entstand in einer Zeit als die jüdische Bevölkerung Berlins rasch anwuchs. Das jüdische Gotteshaus war einst die zweitgrößte Synagoge Europas und die größte Deutschlands. Es war ein prächtiges Ziegelmauerwerk mit farbigen Glasfenstern, aufwendig ausgemalten Innenräumen und mit gläsernen Kuppeln erleuchtet. Ein Vorbild für die Gestaltung war die orientalisch errichtete Alhambra in Granada. Der orientalische Eindruck sollte auf die Wurzeln des Judentums verweisen. Die Seitentürmchen sehen ähnlich wie Minarette aus. Stilistisch dominierte der derzeit moderne maurische Stil. Die Synagoge wurde als Symbol der Gleichberechtigung von der jüdischen Gemeinde errichtet.Während der Kristallnacht / Reichspogromnacht 1938 wurde sie von Nationalsozialisten geschändet, im Jahre 1943 durch Bombenangriffen weiter zerstört, und in den fünfziger Jahren wurden die Ruinen von Kommunisten völlig vernichtet. Nach der Liberalisierung der politischen Einstellung der DDR-Regierung, fing die Wiederaufbauarbeit zum 50. Jahrestag der Pogrome im Jahre 1988 erneut an. Der Wiederaufbau dauerte ebenso lange wie einst seine Errichtung. Die Restaurierung war ein voller Erfolg. Heute strahlt das jüdische Gotteshaus in neuem Gold mit einem 50 Meter hohe Mittelkuppel und zwei minarettenartigen Seitentürmchen. In dem Gebäude befindet sich das im Jahre 1995 eröffnete Centrum Judaicum, das mit der Neue Synagoge zusammen 11 000 jüdische Mitglieder hat. Hier gibt es neben einer Bibliothek und Archiv eine Dauerausstellung, wo die Geschichte der Synagoge und die Berliner Juden dokumentiert wird.