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Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche

Historismus/Nachkriegsmoderne West Erbaut von Franz Schwechten 1891-95 und Egon Eiermann 1959-63 Als "hohler Zahn" wurde sie zum Symbol des aus Ruinen auferstandenen West-Berlin, vor ihrer Zerstörung war sie das Wahrzeichen des vornehmen und vergnügungssüchtigen "Neuen Westens": die Gedächtniskirche, wie sie verkürzt genannt wird, errichtet 1891-95 zur Erinnerung an den ersten deutschen Kaiser Wilhelm I., initiiert von seinem Enkel Wilhelm II. Franz Schwechten, königlicher Oberbaurat und u.a. Architekt des Anhalter Bahnhofs, entwarf einen kreuzförmigen, vieltürmigen Bau im Stil der rheinischen Spätromanik. Der Turm über der Hauptfassade war mit 113 Metern der höchste der Stadt, die Innenausstattung außergewöhnlich prächtig.

Nach der Kriegszerstörung sollte ursprünglich im Inneren der Ruine eine Glaskirche entstehen, doch ließ man den Plan bald wieder fallen. Statt dessen wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Egon Eiermann mit seinem Entwurf eines völligen Neubaus gewann. Doch der hohle Zahn war bereits zum Wahrzeichen geworden, die Pläne setzten die größte und leidenschaftlichste Architekturdebatte der Berliner Nachkriegsgeschichte in Gang. Selbst Walter Gropius schaltete sich ein und sprach von "Deutschlands schönster Ruine".

Eiermann ließ sich zu einem Kompromiß überreden, wenn auch nicht überzeugen. Erhalten blieb der 68 Meter hohe Torso des Turmes (als Ausstellungsraum genutzt), der von einem vierteiligen Neubauensemble in die Mitte genommen wird. Vor das alte Hauptportal plazierte Eiermann den Kirchenbau, an die Stelle des einstigen Kirchenschiffs den Glockenturm. Die ganze Anlage steht auf einem erhöhten Podest, aus dem zu beiden Seiten die flachen Nebengebäude der Gemeindekapelle und des "Foyers" hervorstoßen

1891-1895 erbaut von Franz Heinrich Schwechten
1943 durch Luftangriffe zerstört
1951-1961 nach Plänen von Egon Eiermann modern wiedererrichtet
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist von Wilhelm II. als religiöser Erinnerungsort für seinen Großvater in Auftrag gegeben worden.

Der Bau wurde im Stil der Neoromanik ausgeführt und zitierte zahlreiche romanische Kirchen des Rheinlandes. Der ursprüngliche Bau war von beeindruckender Monumentalität und Größe. Schon allein seine fünf Türme gaben ihm auf dem zentralen Platz im westlichen Berlin eine beherrschende Wirkung. Wilhelm II. wollte den Kirchbau zum Zentrum eines ganzen romanischen Forums machen. Von diesem wurden aber nur zwei Bauten verwirklicht.

Die Ausschmückung im Innern der Kirche, vor allem die Mosaiken, sollten an das Leben und die Taten des alten Kaisers erinnern.

Die Luftangriffe des II. Weltkrieges ließen die Kirche als Ruine zurück, deren Wiederaufbau heftige Diskussionen entfachte. Die ursprüngliche Absicht, die Reste der alten Kirche für einen Neubau gänzlich abzutragen, konnte nicht durchgeführt werden. Stattdessen entstanden die Neubauten nach Plänen von Egon Eiermann in Ergänzung zu dem als Ruine erhaltenen Turm. Dieser 1961 abgeschlossene Aufbau in Verbindung und Kontrast von Zerstörtem und Neuem bildet einen unzweifelhaften Höhepunkt in der Nachkriegsarchitektur.

Die am Kurfürstendamm gelegene Gedächtniskirche ist ein Mahnmal für Frieden und Versöhnung, das weltweit bekannte Wahrzeichen für den Aufbauwillen Berlins der Nachkriegszeit. Die Gedächtniskirche ist ein Ensemble aus der Kirchenruine und den sie umgebenen modernen Bauten, das sich durch den starken Kontrast zwischen Moderne und Historie auszeichnet. Die Neoromanische Kirche, welche an die Glorie des ersten deutschen Kaisers erinnern sollte, wurde in ornamentalen Stil 1891-95 nach Plänen von Schwechten erbaut. Nachdem die Kirche bei einem Bombenangriff 1943 zerstört wurde, sollte die Ruine, welche den Berlinern stets die Schrecken des Krieges vor Augen führte, für den geplanten Neubau 1956 abgerissen werden. Nach einem leidenschaftlichen Proteststurm wurde die Integration der Ruine in den Neubau beschlossen.

Der moderne Bau entstand 1959-61 nach Plänen von Egon Eiermann und besteht aus drei Elementen. Die Konstruktion besteht aus wabenförmigen Betonelementen, in die Glasbausteine eingelassen worden sind. Der Kirchturm mit Tauf- und Traukirche besitzt einen sechseckigen Grundriss. Im Innern des achteckigen Kirchenschiffes erzeugen die farbigen Glasbausteine ein intensives blaues Licht und meditative Ruhe. Der kleinste rechteckige Bau war als Sakristei geplant, er beheimatet heute die Stadtmission. Die Gedenkhalle im alten Turm ist ein Ort der Mahnung gegen Krieg und Zerstörung.