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Ephraimpalais

Eines der schönsten und bedeutendsten Häuser im Nikolaiviertel ist das Ephraimpalais. Es ist ein Rokoko-Bau, die mit seiner abgerundeten Eckfassade, der von Friedrich dem Großen für seinen Hofjuwelier und Münzpächter Veitel Heine Ephraim benannt und nach einem Entwurf von Friedrich Wilhelm Diterichs 1761-64 erbaut wurde. Diterichs gestaltete eine abgerundete Ecke mit toskanischen Säulen, die einen reichverzierten Balkon mit einem vergoldeten Gitter und Putten tragen. Das Haus erhielt noch vier weitere Balkone und als oberen Abschluß, eine mit Vasen besetzte Balustrade. Ephraim wohnte in dem Haus und vermietete Teile des Palais an Geschäfte. In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts mußte allerdings die komplette Fassade aus verkehrstechnischen Gründen abgetragen werden, weil die angrenzende Straße verbreitert wurde.

So wurde das Palais, das als das schönste Rokokopalais Berlins galt, beim Umbau der Mühlendammbrücke im Jahr 1935 abgerissen. Im 19. Jahrhundert befanden sich hier u. a. Dienstwohnungen höherer Polizeibeamter und das Einwohnermeldeamt. In den 80er Jahren begann der Neuaufbau der eingelagerten Teile, nur 16 Meter vom ursprünglichen Standort entfernt. Im Zeitraum 1983-1887 baute Franz Klinger das Palais weitgehend originalgetreu auf. Das Gebäude wird seit 1987 für Ausstellungen genutzt. Neben Dauerausstellungen wie "Berliner Kunst von der Zeit Friedrichs des Großen bis 1945", "Stadtansichten auf Berliner Porzellan - KPM von 1800 bis 1900" finden auch wechselnde Sonderausstellungen statt. Hier findet man z. B. die Graphische Sammlung des Märkischen Museums, die heute zur Stiftung Stadtmuseum Berlin gehört. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Eine Gedenktafel informiert über die Baugeschichte. Eine weitere Tafel erinnert an die Gründung des Museums für Leibesübungen am 20. 7. 1925 in diesem Haus.