Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor ist das wichtigste Wahrzeichen Berlins und das Symbol der deutschen Einheit. Kaum ein Berliner Bauwerk kann sich in Sachen Symbolkraft mit ihm messen. Es ist das letzte erhaltene Stadttor Berlins und war fast 30 Jahre von der Mauer verschlossen. Zehn Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde im 1658 begonnen, Berlin zu einer Festung auszubauen und an der Stelle des heutigen Brandenburger Tores ein Stadttor entrichtet.

Als das Bürgertum im 18. Jahrhundert immer mehr Einfluß gewann und der König sich einen würdevollen Abschluß der Straße Unter den Linden wünschte, stellte man einen Plan zur Verschönerung Berlins vor. Aber schon damals vergingen etliche Jahre bis zur Umsetzung des Planes. Das Tor wurde erst vom 1788 bis 1791 von Carl Gotthard Langhans nach dem Vorbild der Propyläen zu Athen am Pariser Platz gebaut.

Es ist 26m hoch und 65m breit. Die tiefe des Mittelbaues mit seinen fünf Durchfahrten beträgt 11m. Die dorischen Sandsteinsäulen nach ionischer Art haben am Fuß einen Durchmesser von 1,5m.

Im Gegensatz der zu ihm nachfolgenden Herrscher unterschätzte der König die historische Bedeutung des Brandenburger Tores und blieb der Eröffnung am 06. August 1791 fern. Es fand weder eine Parade noch eine Eröffnungsfeier statt. Zur Eröffnung fehlten noch die Bildwerke und die Quadriga.

Langhans, Schadow und der Kupferschmied Jury hatten bereits Vorstellungen, wie die Quadriga aussehen sollte, wurde aber erst im Sommer 1793 auf dem Brandenburger Tor montiert. Als die französischen Truppen im Oktober 1806 in Berlin einmarschierten und durch das Brandenburger Tor zogen, war das Schicksal der Quadriga besiegelt. Napoleon ließ sie im Dezember 1807 als Kriegsbeute nach Paris abtransportieren.

Erst im 1814 holten die Preußen die Quadriga zurück, jetzt jedoch aber mit einer neuen Trophäe, dem eisernen Kreuz, gekrönt vom preußischen Adler. Paraden, Aufmärsche und Demonstrationen fanden seitdem zu Füßen der Quadriga statt. Torgebäude und Quadriga wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt.

In den letzten Kriegstagen 1945 wurde Berlin in vier Sektoren aufgeteilt, das Tor wurde seiner ursprünglichen Funktion als Stadttor wieder gerecht, es trennte den britischen und sowjetischen Sektor, West und Ost.

Aber noch kann man das Tor passieren. Die Reste der Quadriga wurden 1950 auf Veranlassung der Ostberliner Behörden abgenommen und überwiegend zerstört. Der Wiederaufbau des Tores wird vom Ostberliner Magistrat beschlossen. Der Westberliner Senat bewilligt 1957 die Finanzierung der Herstellung der Quadriga. Die Restaurierung des Brandenburger Tores wird im Juli 1958 beendet und am 1. und 2. August wird die Quadriga auf dem Pariser Platz zusammengesetzt.

Ein Tag später wird jedoch die Quadriga entgegen allen Absprachen heimlich abtransportiert, im Marstall in Ostberlin zwischengelagert und am 16. September das Eiserne Kreuz und der preußische Adler entfernt. Am 27. September 1958 wird sie dann ohne Kreuz und Adler auf dem Brandenburger Tor montiert. Das Tor wurde nach dem 13. August 1961 durch die Sperranlagen des

DDR - Grenzregimes abgeriegelt und damit blieb die Sektorengrenze für knapp 30 Jahre geschlossen. Erst nach dem Fall der Mauer wird das Tor am 22. Dezember 1989 wieder eröffnet. Im Jahr 2000 wurde der Platz vom Brandenburger Tor in Platz des 18. März umbenannt.

Eine rote Linie auf der Fahrbahn vor dem Brandenburger Tor markiert heute den ehemaligen Grenzverlauf der Westmauer, auf der Ostseite fehlt jedoch diese Markierung. Die im Krieg zerstörten Bauten am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor wurden inzwischen wieder aufgebaut bzw. befinden sich noch im Aufbau.