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Berliner Dom
Die Geschichte des Berliner Doms reicht bis ins Mittelalter zurück. Im Jahre 1465 erhob Papst Paul II. die mit einer Pfarrstelle ausgestattete St. Erasmus Kapelle im neu erbauten kurfürstlichen Schloß zu Cölln an der Spree zum Kollegialstift. Im Jahre 1469 wurde an der Schloßkapelle ein Domstift gegründet. Aus der damals üblichen Bezeichnung solcher Stiftskirchen als Domkirche rührt der heutige Name her.Im Jahre 1536 verlegte Kurfürst Joachim II. das Domstift in die ehemalige Dominikanerkirche südlich des Schlosses. Die Mönche wurden nach Brandenburg / Havel umgesiedelt. Drei Jahre später führte der Kurfürst mit Luthers Unterstützung die Reformation ein und der Dom wurde zu einer lutherischen Kirche. 1608 wurde das Domkapitel aufgelöst und der Dom zur obersten Pfarrkirche in Cölln an der Spree erklärt. Fünf Jahre später trat Kurfürst Johann Sigismund mit seinem Sohn und einem Teil des Hofstaates zum Calvinismus über, so wurde der Dom reformierte Hof- und Pfarrkirche. Zwischen 1747-1750 ließ Friedrich der Große nördlich des Stadtschlosses von Johann Boumann einen barocken Neubau errichten, deshalb mußte die vom Kurfürsten bestimmte Familiengrablege wegen Baufälligkeit abgerissen werden.
Johann Boumann errichtete am heutigen Ort ein schlichtes Gotteshaus mit Tambourkuppel, das vom Schinkel 1817-1822 umgebaut wurde. Es blieb jedoch architektonisch unbefriedigend. Im Jahre 1817 initiierte und verkündete König Friedrich Wilhelm III. anläßlich der 300. Wiederkehr des Reformationstages die Kirchenunion zwischen Lutheranern und Reformierten in Preußen. Im Jahre 1828 legte Schinkel neue Pläne nach Art einer fünfschiffigen Basilika frühchristlicher Form vor. Die im Jahre 1842 begonnene Arbeiten wurden im 1848 eingestellt. In dieser Zeit entwarf Stüler das Modell eines riesigen Kuppelbaus mit vier Türmen vergeblich. Ein Wettbewerb im Jahre 1867 scheiterte, da die Jury keinen Entwurf für angemessen hielt.
Erst im Jahre 1888 kam durch Julius Raschdorff, Architekturprofessor an der TH Charlottenburg, wieder Leben in die Sache. Er plante drei nebeneinanderliegende Zentralräume mit Tambourkuppeln und einen riesigen Turm. Auch dieser Versuch scheiterte, aber der neue Kaiser Wilhelm II. ermunterte Raschdorff zu einem neuen Vorschlag, der in deutlich reduzierten Maßen schließlich verwirklicht wurde, obwohl die Bauakademie, die Dombaukomission und der Domkirchenkollegium es aus stilistischen, liturgischen und akustischen Gründen ablehnten. Doch der Kaiser setzte sich über alle Kritik hinweg und errichtete vom Landtag eine Zuschußbewilligung von 10 Millionen Mark. Im Jahre 1894 wurde der Grundstein gelegt, 1905 fand die Einweihung statt.
Der Dom wurde im Jahre 1944 schwer beschädigt und konnte die Hauptkirche erst 1993 wieder in Benutzung genommen werden.