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Alte Bibliothek

Die Alte Bibliothek wurde am Bebelplatz ab 1775 nach Plänen Johann Bernhard Fischer von Erlachs im hochbarocken Stil erbaut. Sie entwickelte sich schon bald zu einem wichtigen Zentrum der Aufklärung. Die Westseite des Forums nannte man wegen ihrer geschwungenen Formen einfach "Kommode". Sie war die im 1661 vom Großen Kurfürsten gegründete und bis dahin im Schloß untergebrachte Königliche Bibliothek. Auf Weisung des Königs kopierte Georg Christian Unger den 50 Jahre älteren Entwurf Fischer von Erlachs für die Wiener Hofburg.

So entstand zwischen 1775-80 die Berliner Kopie, die älter und originaler wirkte als das Vorbild. Im Gegensatz zur viergeschossigen Fassadengliederung besaß das Innere nur zwei Geschosse. Seit 1914 sind hier Räume der Universität untergebracht. 1945 brannte die Alte Bibliothek ab, nach den Kriegszerstörungen wurde sie im Inneren bis 1969 modern aufgebaut. Am 10. Mai 1993 fand zwischen Alter Bibliothek und Oper ein Autodafe statt, bei dem ca. 20.000 Bücher unliebsamer Autoren in Flammen aufgingen. 1995 wurde in Erinnerung daran das Mahnmal "Versunkene Bibliothek" eingeweiht. Es ist eine Kunststoffplatte im Platzpflaster, durch die man in einem darunter liegenden Raum leere Bücherregale sieht.

"Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen"
Heinrich Heine